US-Präsident Donald Trump hat geplante Treffen mit iranischen Regierungsvertreterinnen abgesagt und damit jede diplomatische Annäherung vorerst beendet. Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt massiver Proteste im Iran: Die größten anti-staatlichen Demonstrationen seit 15 Jahren werden vom Regime brutal niedergeschlagen. Analystinnen sprechen von rund 2.000 getöteten Demonstrierenden.
Auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump, „Hilfe sei unterwegs“ für die iranische Bevölkerung – was genau das bedeuten soll, ließ er offen. Diese bewusst vage Ankündigung ist hochriskant. Expert*innen warnen: Eine direkte oder indirekte US-Intervention könnte massive Vergeltung nach sich ziehen. Der Iran verfügt über weitreichende Raketenfähigkeiten und ein starkes regionales Netzwerk. Ein militärisches Eingreifen könnte nicht nur das Ende des iranischen Regimes bedeuten, sondern auch jede Kontrolle über das iranische Atomprogramm weiter verkomplizieren.
Bereits frühere Angriffe auf die Atomanlagen in Fordo, Natanz und Isfahan haben die Lage unübersichtlich gemacht. In einem nur zwölf Tage andauernden Krieg bombardierten Israel und die USA zentrale Ziele – mit verheerenden Folgen: Fast 1.200 getötete Menschen im Iran, knapp 30 in Israel. Was vom iranischen Atomprogramm tatsächlich zerstört wurde, ist bis heute unklar.
Trump inszeniert sich erneut als Retter – doch seine Politik droht, eine ohnehin explosive Situation weiter zu eskalieren. Für die Menschen im Iran bedeutet das vor allem eines: noch mehr Unsicherheit, noch mehr Gewalt, noch weniger Perspektive.





