In Solidarität mit Maja
Mehr als 1.312 Teilnehmende bei antifaschistischer Demonstration in Jena
Kälte, Nässe - trotzdem da! Soli, Maja, Antifa!
Knapp vier Stunden demonstrierten um die 1.5001 Antifaschist*innen gestern (07.02.2026) in Jena. Nachdem bereits am letzten Mittwoch rund 800 Menschen zusammenfanden, um sich nach der Urteilsverkündung von acht Jahren Haft solidarisch zu zeigen, reisten am Wochenende auch Aktivist*innen aus Leipzig und anderen Städten an.
Gleich zu Beginn hielten verschiedene Gruppen aus dem unterstützenden Umfeld Reden. Die darauffolgende Demonstration verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle von Seiten der Demonstrierenden. Allerdings nutzte die Polizei die erste Gelegenheit – das Zünden von buntem Rauch in der Menge – um die Veranstaltung in einen Wanderkessel2 zu verwandeln. Dies führte zu einer stark geminderten Außenwirkung und öffentlicher Präsenz, was auch mehrfach über die Lautsprecher kritisiert wurde.
“Man könnte meinen, es demonstriere die Gewerkschaft der Polizei.”
~ der Veranstalter
So zog die Demonstration auf einer 2,5 km langen Schleife durch die Innenstadt, vom Holzmarkt zum Theatervorplatz.
Auf der Endkundgebung nahmen die Beamten der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten (BFE) sich schließlich einen Rentner und zwei junge Menschen vor. Unter Schneeballbeschuss zogen die Polizisten diese um eine Häuserecke, um ihre Personalien aufzunehmen und Anzeigen zu schreiben. Der ältere Herr habe angeblich einer der vielen Polizeikameras den Mittelfinger gezeigt. Dies werteten sie als “Beleidigung” gegen den Polizisten, der die Kamera hielt. Dass das Filmen mehrfach als Provokation kritisiert wurde und die Kameras als quasi eigenständige Objekte, stets mehrere Zentimeter bis zu einem Meter über den Polizisten gehalten werden, wurde einfach ignoriert.
Bilderstrecke zum 07.02.2026
Die Veranstalter*innen sprachen von diesen Rund 1.500 Teilnehmenden, während die Polizei von um die 950 Personen sprach.
Ein Wanderkessel entsteht dann, wenn die Polizei mit sehr geringem Abstand zu den Demonstrierenden neben ihnen herläuft. Dieses Verhalten wird meistens kombiniert mit dauerhaften Aufnahmen der Beteiligten und führt öfter zu unerklärten Schubsern aus Richtung der Beamten.



















